Werte Herren Schmidt und Bleibtreu,
ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklichst für Ihre nützlichen Hinweise bedanken. Was wäre dieses Land schon ohne seine hochbetagten Mitbürger, welche aus reiner Benevolenz wachsam aus den Fenstern spähen und somit Umtriebe subversiver Natur oftmals bereits im Keime ersticken? Benötigen wir da noch die Einmischung ausländischer, gar VS-amerikanischer Geheimdienste? Ich denke nicht.
G Schmidt hat geschrieben:[...]
die von Ihnen beschriebene Verhaltensweise trifft in weiten Teilen auf Heimrechnerspielesüchtige zu.
Auch diese sind oft von unbändiger Schießwut befallen.
Sofern diese Vermutung korrekt ist, lässt sich der Kreis der verdächtigen Personen einschränken.
F Bleibtreu hat geschrieben:[...]
es handelt sich hier sicher um einen sogenannten Taliban. Das Phantombild sowie die Beschreibung der Vorgehensweise des Barbaren lassen kaum einen anderen Schluss zu.
Hochinteressant. In der Tat scheint das Fahndungsnetz somit engmaschiger zu werden; gesucht wird also ein heimrechnerspielsüchtiger, muselmanischer Terrorist. Ich werde umgehend den redlichen Ordnungshütern telefonieren. Sämtliche öffentliche Plätze müssen überwacht werden. Sollte sich dort ein „Töfter Marius“ spielender Turbanträger blicken lassen, so muss unverzüglich der Zugriff erfolgen, Potztausend!
Werter Herr von Schnabel,
Franz-Joseph von Schnabel hat geschrieben:[...]
im Laufe der äußerst erfolgreich verlaufenen, vergangenen Nacht, gelang es unserer neu gegründeten knorken Bürgerwehr drei Dutzend Verdächtige, auf welche die beiliegende Beschreibung zutrifft, durchgehend dingfest zu machen.
Sämtliche Unholde wurden umgehend feierlich füsiliert.
Zu meinem großen Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass sich dieser spezielle Missetäter wohl nicht unter den von Ihnen eingefangenen Strauchdieben befunden hat. Der Unhold schlug nämlich erst in der gestrigen Nacht erneut zu. Dabei entwischte er mir nur um Haaresbreite; ich hatte nämlich die ganze Nacht am Fenster meiner Stadtvilla auf der Lauer gelegen. Als ich eine schattenhafte Gestalt erblickte, welche in Punkto Physiognomie dem Phantome ähnelte, betätigte ich beherzt den Abzug. Zwar war ich mir redlichst sicher, einen wohlgezielten Schuss abgegeben zu haben, jedoch gelang es dem Unhold abermals, mir ein Schnippchen zu schlagen. Jedenfalls wurde in derselben Nacht der greise Herr Obermüller angeschossen. Und dies ganz in der Nähe meiner Heimstatt. Dieser dreiste Lump, Potzdonner!
Gleichwohl möchte ich Ihnen für Ihren Einsatz in meiner Sache ausdrücklichst danken. Zumal die Hinterbliebenen der füsilierten Herrschaften nunmehr zumindest die Gewissheit haben, dass ihre Anverwandten unschuldig waren. Somit steht einem ehrenvollen Begräbnis in geweihter Erde nichts mehr im Wege. Wie schön.
Sei es wie es will: die Jagd ist noch nicht beendet!
Ihr
Baron von Friedel
"Ich freue mich auf einschlägige Epik und burleske Depeschen" (Weddeherr Dr. Katarrh)
"Ein Leben in frigider Eloquenz ist das Gebot der Stunde" (Franz Gundolf Löffler)