Ich gratuliere zur deutsch-deutschen Silberhochzeit, Potztausend! Das Kaiserreich musste im vergangenen Jahrhundert so manch Dilettanten wie etwa Adolf Schicklgruber auf dem Throne vertragen, der die etwas längere Sommerpause des rechtmässigen Inhabers schamlos ausnutzte, um durch sinnlose Kriege die Spaltung dieser so stolzen Nation zu provozieren. Grosser Dank gebührt dem wilhelminischen Vertreter VI., der den seit 1949 von atheistisch-bolschewistischen Tölpeln regierten Teil des Kaiserreiches in die redlich-kapitalistische "Bundesrepublik" integrierte. Die Annexion Deutsch-Nordosts (unredl. "DDR") war zunächst allerorts euphorisch zelebriert worden, doch schnell wurde den Protagonisten klar, dass die neue deutsch-deutsche Ehe nicht immer reibungslos verlaufen würde - die Mark kam, der Ostdeutsche wurde arbeitslos, der Ostdeutsche kannte "Ausländer" nicht, der Ostdeutsche war ergo zunehmend frustriert, Potztausend. Der Westdeutsche musterte die neuen Nachbarn skeptisch, der Westdeutsche war erstaunt über Frisuren, Kleidung und Dialekt, der Westdeutsche musste zahlen. Nun denn, dass einer stets frustriert ist, währenddessen der andere stets für die Fehler/Dummheiten des Frustrierten zahlen muss, dürfte wohl jedem verheirateten Individuum bekannt vorkommen. Anstelle der ansonsten üblichen neuen Schuhe aus der teuren Modeboutique gönnte sich die Gattin Ostdeutschland jedoch eine neue Infrastruktur sowie Sozialhilfe für schätzungsweise schlappe zwei Billionen Doppelmark. Welcher Ehemann wäre bei dem Erklingen dieser hohen Zahl nicht längst dem Herzinfarkte und der Scheidung nahe? Westdeutschland natürlich, der fortwährend widerstandslos Geld Richtung Osten überweisende Ehegatte! Hoch die Tassen auf weitere knorkante fünfundzwanzig Jahre, Sackerlot! Bis dass der Tod sie (in diesem Falle erneut) scheide!
Den Kaffeebecher feierlichst hebend,
Dr. Waldemar Drechsler
