Urologische Untersuchung

Keusche Christen scheuen sich nicht, auch diese Widerwärtigkeit anzusprechen. Stellen Sie hier Ihre Fragen, erfahrene Gemeindemitglieder werden Ihnen helfen.
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Wolfram Stinkbier
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Urologische Untersuchung

Beitrag von Wolfram Stinkbier »

Werte Herren,

Auf Grund eines altersbedingten Blasenleidens habe ich nächste Woche einen Termin beim Urologen ausgemacht. Weil es einen derartigen Doktor in dem kleinen Bergdorf, das ich meine Heimat nenne nicht gibt, muß ich den weiten Weg bis nach Klagenfurt auf meinem Esel reiten.

Der Herr Urologe ist auf jeden Fall ein töfter Christ, mein katholischer Hausarzt hat ihn mir empfohlen.
Jedoch ist es mir sehr unangenehm, einen derartigen Mediziner aufzusuchen und dann auch noch mein Unaussprechliches von ihm zu betasten lassen. Nicht einmal mein töftes Weib hat dieses Körperteil jemals zu Gesicht bekommen (Als wir vor langer Zeit unter Ekel und großen Schmerzen den ehelichen Beischlaf vollzogen haben, um redliche Kinder zu zeugen, haben wir das Licht abgedreht, um die Sünde so gering als möglich zu halten.).

Ist ein derartiger Arztbesuch mit dem katholischen Glauben vereinbar?
Der Priester meiner Gemeinde riet mir zwar ebenfalls dazu, jedoch gehört er leider der eher gemäßigten Strömung des Christentums an, daher bin ich mir nicht sicher, ob ich ihm in dieser Hinsicht vertrauen sollte.

Fragend und einen Blasentee trinkend,
Wolfram Stinkbier
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Opa Rauschebart
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von Opa Rauschebart »

Werter Herr Stinkbier,

Ihre Sorge ist nur allzu verständlich.
Die Schrift nun sagt eineindeutig:
Wirst du der Stimme des HERRN, deines GOTTes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf Seine Gebote und halten alle Seine Gesetze, so will ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der HERR, dein Arzt.
2. Mose 15,26
Sie sehen, ein aufrechter Christ braucht Krankheiten nicht zu fürchten. Jene werden vom HERRn gesandt, jene werden vom HERRn geheilt.

Womöglich haben Sie mit dem unsäglichen Körperteil dochüber die Maßen gesündigt, haben den Einflüsterungen des ewigen Widersachers nicht widerstanden und sich verwerflicher Unzucht oder der Selbstbefleckung hingegeben und wurden nun vom HERRn dafür eben an diesem Körperteil bestraft!

Gehen Sie in sich!

Begeben Sie sich zur Beichte; härteste Buße ist hier aufzuerlegen.
Beten Sie zum HERRn und flehen Sie um Vergebung.

Wenn Sie aufrichtig bereuen, ist die Gnade des HERRn unermeßlich.

Hosianna in der Höh'

Opa Rauschebart
***** Lernen durch Schmerz ****** Motivation durch Entsetzen*****
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Horst von Kurzensoed
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von Horst von Kurzensoed »

Werter Herr Stinkbier,

Ich kann Herrn Rauschebart nur beipflichten. Ein aufrechter Christ weiß, daß die Schmerzen des irdischen Lebens einzig und allein GOTT mildern kann, unter Umständen erst im Himmelreich.
Doch das macht nichts. Das irdische Leben ist endlich und dient nur dazu, die keuschen Christen, die GOTTes Gnade verdient haben, von den unredlichen Heiden zu trennen, die auf Grund ihrer Ketzerei und ihrer Sünden in der Hölle schmoren müßen.

Sowohl in der Medizin als auch in der Theologie bin ich zwar nur ein Laie, jedoch möchte ich Ihnen meine These für den Ursprung Ihres Blasenleidens mitteilen:
Sie schrieben mehrmals, daß der Anblick von Würsten Sie an das männliche intime Körperteil erinnert, und daß der Verzehr ebendieser Speise an gräßliche falschsechsuelle Akte erinnert. Für diese lüstlichen Gedanken, die auf dem geistigen Intellekt unkeuscher Gören und fieser Rotzbengel sind, bestraft Sie wohl der HERR.
Daher denke ich, daß zu Ihrem Blasentee eine deftige Weißwurst gereicht werden sollte - und Sie im Anschluß ihre abscheuliche These von homoperversen Würsten widerrufen sollten. Dann wird GOTTes Gnade vielleicht so weit gehen, daß er Ihr Leiden bereits im irdischen Leben mildert.

Zum Abendgebet Psalm 41 sprechend,
Horst von Kurzensoed
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Walter Gruber senior
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von Walter Gruber senior »

Werter Herr Stinkbier,

Sie scheinen mir ein braver Christ zu sein, aber ich lese aus Ihrem Beitrag eine Neigung zur Aufsässigkeit und zum Ungehorsam heraus.

Natürlich ist es lobenswert, den Glauben höher als die medizinische Wissenschaft zu schätzen - wie es ja auch die bewährten Mitglieder dieser Gemeinschaft einfordern. Jedoch liegt es nicht an ihnen, sämtliche Entscheidungen zu treffen oder gar über die Qualität Ihres Pfarrers zu urteilen, wie Sie hier schreiben:
Wolfram Stinkbier hat geschrieben: Mi 12. Jan 2022, 00:49
Der Priester meiner Gemeinde riet mir zwar ebenfalls dazu, jedoch gehört er leider der eher gemäßigten Strömung des Christentums an, daher bin ich mir nicht sicher, ob ich ihm in dieser Hinsicht vertrauen sollte.
Ihr Herr Pfarrer hat Ihnen also gesagt, was Sie tun sollen. Wer sind Sie, dass Sie sich erlauben, dieser Anweisung nicht nachzukommen? Meinen Sie etwa, es selber besser zu wissen?!

Wir finden in der Heiligen Schrift durchaus einige lobende Worte über die Ärzte:

Schätze den Arzt, weil man ihn braucht; denn auch ihn hat Gott erschaffen.

(Sir 38,1)
Weiters sind die Ärzte durchaus Autoritäten in ihren Bereichen (etwa der Urologie) und haben als solche Anrecht auf Respekt:

Gebt allen, was ihr ihnen schuldig seid, sei es Steuer oder Zoll, sei es Furcht oder Ehre.

(Römer 13,7)
Wenn nun an den unaussprechlichen Teilen eine Erkrankung vorliegt, wäre es wohl eine falsche Auffassung, dies einfach hinzunehmen und mutwillig daran zu versterben, obwohl ein sogenannter Urologe zur Verfügung steht, der beispielsweise die fraglichen Teile operativ entfernen könnte, damit Sie Ihr christliches Dasein fortsetzen können, bis der HERR selbst Sie abberuft.

Der Segen Gottes sei allezeit mit Ihnen!

Gezeichnet
Walter Gruber
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäus 13, 45-46)
kasperbar
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von kasperbar »

Werter Herr Stinkbier,

reiten Sie besser nicht auf einem Esel nach Klagenfurt, sondern nehmen Sie einen **chauvinistischer Hinweis entfernt**.
**Alberner Scherz entfernt**



Mit freundlichen Grüßen,

kasperbar

Beitrag zensiert von: Walter Gruber
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Martin Frischfeld
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von Martin Frischfeld »

Werter Hasenfuß Stinkbier,

es ist unter redlichen Herren zwar nicht üblich, sich einander am Genital zu betasten, indes ist es durchaus nötig, dies von einem Urologen besorgen zu lassen. Herrn Grubers Ausführungen ist vollumfänglich zuzustimmen.

Beim Heer war es üblich sich gemeinsam zu duschen. Schämen sollte man sich dabei nicht. Auch nach dem Vereinssport kann dies geschehen. Allenfalls die Angst vor unerkannten Homoperversen könnte eine Rolle spielen, jedoch hatte man damals noch ein Auge darauf, redliche Männer vor ihnen zu schützen.

Oder fürchten Sie sich gar, die Untersuchung als Lust zu empfinden?

Kritisch,
Martin Frischfeld
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Walther Zeng
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von Walther Zeng »

Werter Herr Stinkbier,

vermutlich liegt die Sünde, für die Sie der Herr nun schon auf Erden büßen lässt,
in den Tagen Ihrer Pubertät.
Daß der Herr Ihnen ein Leiden auferlegte, ist ein Zeichen dafür, daß er möchte,
daß Sie zutiefst bereuen, was Sie möglicherweise schon vergessen haben und
daß Sie durch noch mehr gute Taten anderen Menschen ein Beispiel geben.
Wäre es nicht so, hätten Sie die Höllenfahrt schon erlebt!

Gehen Sie also zum Arzt, denn der Herr hat ihn geschaffen, um Ihnen im
Schmerz beizustehen. So zeigt er Ihnen, daß andere Menschen für Sie da sind.
Seien Sie dann auch für andere Menschen Da!
Auch Ihr nicht allzu gering bemessener Geldbetrag in die Kollekte, gleich am Sonntag,
würde die Aufmerksamkeit des Herrn noch etwas stärker auf Sie lenken.

In diesem Sinne auch obigen Ausführungen der anderen Brettmitglieder zustimmend
und Ermunternd
Walther Zeng
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Horst von Kurzensoed
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von Horst von Kurzensoed »

Werte Gemeinde!
Martin Frischfeld hat geschrieben: Fr 14. Jan 2022, 08:52 Beim Heer war es üblich sich gemeinsam zu duschen. Schämen sollte man sich dabei nicht. Auch nach dem Vereinssport kann dies geschehen. Allenfalls die Angst vor unerkannten Homoperversen könnte eine Rolle spielen, jedoch hatte man damals noch ein Auge darauf, redliche Männer vor ihnen zu schützen.
Hach, da kommen Erinnerungen hoch, damals beim Heer was ich meistens im Gebirge unterwegs. Statt einer gemeinsamen Dusche gab es ein gemeinsames Bad in einem eiskalten Gebirgsbach, das härtet ab. Die heutige verweichlichte Jugend würde wohl bereits beim Gedanken daran Erfrierungen bekommen.

Die töften Handwerker meiner Sensenwerke duschen sich übrigens auch nach der anstrengenden Schicht in der Gruppendusche den Staub und den Schweiß ab. So manches Mal habe ich, um Wasser zu sparen, meine morgendliche Dusche hier vollbracht, anstatt das Bassin in meinem bescheidenen Schlößchen echstra für mich aufzufüllen.

Ich hoffe, Sie, Herr Frischfeld, sind bereits oft in den Genuß einer ebensolchen Gruppendusche gekommen?

Am Schreibtisch sitzend und mittelalterliche Schriften des Zisterzienserordens studierend,
Horst von Kurzensoed
Theo vom Berghof
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von Theo vom Berghof »

Werte Herren,
obwohl dieser Beitrag eigentlich völlig unnötig ist, ist er zumindest amüsant. Durch die hier eingestellten Kommentare lässt sich sehr gut erkennen in welche Richtung sich die Arche entwickelt.

Alles so sehend wie es ist.
Theo.
P.S. Nichsts desto Trotz allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2022 wünsche.
kasperbar
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von kasperbar »

Werter Herr vom Berghof,

der redliche Herr Stinkbier war verunsichert und hat von der Arche-Internetz-Gemeinde sehr gute Ratschläge bekommen. Liebe Arche Internetz, ich hoffe, daß das so bleibt!

Einen geruhsamen Sonntag Ihnen allen,

kasperbar
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Wolfram Stinkbier
Brettgast mit Maulkorb
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Re: Urologische Untersuchung

Beitrag von Wolfram Stinkbier »

Werte Herren,

Mittlerweile habe ich die urologische Untersuchung hinter mich gebracht.
Nach zahlreichen Untersuchungen, die ich ihrer Abschäulichkeit halber nicht näher beschreiben werde, wurde bei mir eine schwere Blasenentzündung festgestellt, die mit einem knorken Breitbandantibiotikum therapiert wird.
Vielen Dank für die zahlreichen Ratschläge!

Antibiotika in den Blasentee rührend,
Wolfram Stinkbier
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