Warum sind Katholiken so schlechte Christen?

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Questor O Nebart
Brettgast mit Maulkorb
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Registriert: Mo 17. Aug 2015, 20:07

Warum sind Katholiken so schlechte Christen?

Beitrag von Questor O Nebart »

Liebe Christenmenschen, verehrte christliche Gemeinde!

Man möge mir verzeihen, dass meine ersten, vorsichtigen Schritte in diese ehrenvolle, rechtschaffene und von frommer Vernunft geprägte Gemeinde von einer These oder Frage begleitet werden, die durchaus eine Provokation für manch einen der redlichen Christen, die hier versammelt sind, darstellen könnte. Ich bitte darum - auch um der Gefahr sofortiger Verbannung zu entgehen - diese Frage eher als These (freilich mit Untermauerung durch eigene Erfahrungen) - nicht aber als endgültige Behauptung, aufzufassen. Die Frage lautet: "Warum sind Katholiken so schlechte Christen?“

Und natürlich erwarte ich mir nichts anderes, erhoffe nichts sehnlicher, als den Hinweis oder gar den Beweis dafür, dass meine These absurd und falsch ist und meine Beobachtungen und Erfahrungen aus fehlgeleiteter Anschauung herrühren und auf Missverständnissen beruhen.

Ich möchte nun - zunächst einmal - eine einzelne Erfahrung und Beobachtung anführen. Bei allseitigem Interesse erlaube ich mir später - falls der Wunsch direkt vorgetragen wird - weitere, ähnliche Schilderungen in diesem Faden.

Unsere Nachbarin - ein Weib von nunmehr 74 Jahren - ist eine fromme Katholikin :kreuz1: , was sich aus ihrem all-sontäglichen Besuch der heiligen Katholischen Messe über mindestens die vergangenen 50 Jahre, aus der Kommunion all ihrer fünf Kinder und der Kommunion all ihrer ca.15 bis 25 Enkelkinder recht logisch ergibt. Ihr allerdings - nach meinen Begriffen - in äußerstem Maße unchristliches Walten und Verhalten zeigt sich stets dann, wenn es um die Verteilung der (öffentlichen) Parkplätze vor ihrem Grundstück geht. Sie erhebt regelmäßig - sozusagen aus reiner Gewohnheit - Anspruch auf drei Parkplätze direkt vor ihrem Haus, da sie als Frau (was ich durchaus schon mildernd in Abrechnung gestellt habe) ausschließlich des Vorwärtseinparkens mit ihrem Wohnmobil mächtig ist und daher - auch aus Bequemlichkeit - mit zwei oder gar nur einem Parkplatz nicht zurecht kommen möchte. Nun endblödet sie sich nicht, nach meiner Auffassung in aller unchristlichster Manier - vor allem mir gegenüber (da sie mein Auto nur zu gut kennt) - ihre Ansprüche auf ihre Parkplätze schroff und direkt geltend zu machen.

So musste ich schon zweimal (mir fiel auf ihre Frage, warum ich denn auf ihrem Parkplatz, d.h. auf einem ihrer drei Parkplätze für ihr Auto stünde - wahrlich keine Antwort mehr ein) mein Auto schleunigst wegstellen. Einmal reagierte ich nicht auf ihr Klingeln an meiner Wohnung - worauf ich durch das geöffnete Fenster Worte sagen hörte, Worte, die ich hier nicht nennen kann, ja Flüche, die sich offensichtlich auf eine Person bezogen, die nicht Willens war, umgehend einen ihrer Parkplätze zu räumen. Und diese Person konnte nur ich sein.

Nun vermute ich fast schon, dass Fehler meinerseits zu meiner oben genannten These führten, und letztlich in meiner falschen Anschauung der Umstände liegen, und hoffe sehr, dass mir die Antworten dieser Gemeinde den rechten Pfad weisen und mich aufklären, dass dieses katholische und fromme Weib die aller redlichste, christlichste Gesinnungsart besitzt.

Mit viel Freude auf Worte der Aufklärung und Erklärung hoffend,
Questor O. Nebart
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Walter Gruber senior
Kommerzialrat
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Registriert: Do 16. Jul 2015, 09:57

Re: Warum sind Katholiken so schlechte Christen?

Beitrag von Walter Gruber senior »

Werter Herr,

Wie sie ja schon geschrieben haben, sind Weiber nicht fähig, ein Fahrzeug ordentlich zu parken, weshalb Ihre Nachbarin drei Parkplätze braucht, welche sie kämpferisch verteidigt. Wie man daraus schließen kann, alle Katholiken seien schlechte Christen, verstehe ich nicht. Entschuldigen Sie sich gefälligst bei der alten Frau und überlegen Sie, was Sie ihr Gutes tun können, um etwas für Ihr eigenes Seelenheil zu tun!

Die respektlose Jugend belehrend,

Gruber sen.
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäus 13, 45-46)
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